9. November 2017 und Neumanns Missbrauch

November 20, 2017Allgemein, Bundespolitik, Regionalpolitik, Stadtverband, SVV

Lesedauer: 2 Minuten

Der 9. November darf wohl als einer der entscheidendsten Tage in der Geschichte des deutschen Vaterlandes gelten. Neben dem positiven Ereignis der Ausrufung der Republik 1918 durch Philipp Scheidemann und dem damit folgenden Ende des brutalen Völkerschlachtens im Ersten Weltkrieg, wird auch der Fall der Mauer 1989 ewig in freudiger Erinnerung aller freiheitsliebenden Menschen weltweit bleiben, begründete er doch die Überwindung der zweiten Diktatur in Europa.

Aber ebenso ist dieser Tag auch mit einem ewig nachwirkenden Akt der Schande verbunden, der Reichsprogromnacht resp. Reichskristallnacht 1938. In den Abend- und Nachtstunden vom 9. auf den 10. November entfachte die menschenverachtende Goebbels´sche Hasspropaganda einen Vernichtungssturm gegen die jüdischen Bürger im gesamten Deutschen Reich. Zahlreiche Synagogen, jüdische Schulen, Geschäfte, Werkstätten und Handwerksbetriebe sowie andere soziale Einrichtungen wurden geplündert, zerstört und zumeist auch gebrandschatzt. Auch die Frankfurter Synagoge fiel dem nationalsozialistischen Wahn in jener Nacht zum Opfer. Infolgedessen begann der Vernichtungsfeldzug gegen jüdische Bevölkerungsteile in ganz Europa mit den bekannten Verbrechen.

Nutzte öffentliche Gedenkveranstaltung für Hassrede gegen AfD / SVV-Vorsitzender W. Neumann (Die Linke)

Es gehört zu einem demokratischen Selbstverständnis, dass dieser Opfer gedacht wird, zumal Gewaltherrschaft und religiöse Verfolgung auch heutzutage leider noch allgegenwärtig sind. Zu eben jener gemeinsamen Gedenkveranstaltung der Verwaltungsspitze, der Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung und der jüdischen Gemeinde fanden sich auch dieses Jahr wieder einige Bürger der Stadt am Gedenkstein auf dem Brunnenplatz zusammen.  Natürlich ließen es sich auch Vertreter der AfD Frankfurt (Oder) nicht nehmen, dieser Würdigung der Opfer beizuwohnen. Doch wie leider mittlerweile in unserem Lande nicht anders zu erwarten, geriet der Vorsatz der Opferehrung sogleich zur politischen Instrumentalisierung für die maßlose Diffamierung Andersdenkender.

Der für seine Unfähigkeit zur Wahrung der politischen Neutralität bekannte SVV-Vorsitzende Wolfgang Neumann brachte in seiner “Rede“ den Einzug der AfD, einer zugelassenen und demokratischen Partei, in den Bundestag tatsächlich mit der Schande des 9. November 1938 in einen Kontext. Dass er selbst einer Partei mit diktatorischer Vergangenheit angehört, die für tausende politische Häftlinge, Menschenhandel, Massenfreiheitsberaubung und die Ermordung zahlreicher Menschen mit Freiheitsdrang an der Mauer steht, spielt für diesen sog. Demokratieexperten dabei keine Rolle. Doch auch alle anderen Systemparteien heben sich hierbei nicht ab und so applaudierten sie in trauter Eintracht diesem verkannten Rhetorik-Genie.

In die gleiche Kerbe schlug Peter Sauerbaum, Intendant des Brandenburgischen Staatsorchesters. Dieser mit Steuergeldern hoch dotierte Kostgänger der Stadt, der beinahe jedes Jahr unserer Kommune ein sattes Zusatzminus im Haushalt beschert, setzte zu einem Rundumschlag gegen die neue Alternativpartei an. Neben dem angeblichen Unheil des Einzuges der AfD in den Bundestag, hob er hingegen positiv hervor, dass sich „… eine Mehrheit gegen den Kandidaten der AfD entschieden hat.“ Welch eine Verdrehung der Tatsachen und durchsichtige Verunglimpfung anderer Meinungen. Seine in seinen Ausführungen benannten Beispiele für angeblich neue rassistische oder gar nationalsozialistische Umtriebe wirkten mehr als deplatziert.

Mit diesem offensichtlichen Missbrauch eines wichtigen Gedenktages verkommt unsere Demokratie wieder ein wenig mehr. Wie tief muss der Schock der etablierten Blockflötenparteien in dieser versifften Alt-68er Gutmenschenrepublik sein, dass sie jeden Anlass zur Bekämpfung freien Gedankengutes schamlos ausnutzen (is).

Ihr AfD-Stadtverband Frankfurt(Oder)

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