Märkische Oderzeitung: Wieder Wahlwerbung Schulterschluss mit Neumann

August 30, 2019Allgemein, Asyl, Wahlkampf

Heinz Kannenberg / 29.08.2019, 07:00 Uhr Frankfurt (Oder) (MOZ)

Im Wahlkreis 35 Frankfurt (Oder) erwarten Demoskopen eines der knappsten Wahlergebnisse im Land. Die Berliner Datenanalytiker von Wahlkreisprognose.de gehen davon aus, dass 0,4 Prozent über das Direktmandat entscheiden könnten. Seit Wochen gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Wolfgang Neumann (Die Linke) und Wilko Möller (AfD).

In der Endphase des Wahlkampfes hat sich der sog. Oberbürgermeister René Wilke (Die Linke) zu Wort gemeldet. Unter Beachtung des Neutralitätsgebotes, wie er betont, verweist er in einer Erklärung gegenüber der Märkischen Oderzeitung darauf, dass die Wahl des Landtages Brandenburg eine Richtungsentscheidung für unser Bundesland mit sich bringen wird. “Auch für unsere Stadt ist die Frage, wer in Potsdam für sie spricht, von großer Bedeutung. Als “Oberbürgermeister” und ehemaliger Landtagsabgeordneter ist mir wichtig, dass Frankfurt (Oder) im Landtag unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit durch Abgeordnete vertreten ist, die sich konstruktiv-gestaltend einbringen, die hier vor Ort kommunalpolitisch verankert sind und über einen Erfahrungsschatz verfügen, der sie in ihrer Aufgabe schnell ankommen lässt. Denn wir haben keine Zeit zu verlieren”, betont René Wilke. Es stünden einige wirklich gute, profilierte Bewerber und Bewerberinnen  zur Wahl. “Ich appelliere daher an die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, diese Wahl nicht für falsch adressierten Protest zu nutzen, der uns nur zurückwerfen kann. Es geht um zu viel für unsere Stadt”, heißt es in seiner Erklärung, in der er keinen Kandidaten namentlich erwähnt.

Wolfgang Neumann wirbt seit heute auf einer Postkarte für Stimmen für das Direktmandat. Darauf heißt es: “Unser (sog.) Oberbürgermeister René Wilke … braucht einen guten Landtagsabgeordneten an seiner Seite.” Dazu ein großes Porträtfoto von René Wilke. Auch wenn Wilke sich auf dieser Postkarte nicht persönlich äußert, darf diese Aktion in der Schlussphase des Wahlkampfes ein klares Bekenntnis zur taktischen Erststimmenmobilisierung für den Linken-Direktkandidaten verstanden werden. Etwa 12 000 Postkarten wollen Wahlhelfer der Linken bis Sonnabend in Frankfurter Briefkästen stecken.

Grüne werben um Zweitstimmen

Andere Frankfurter Parteien haben sich hinsichtlich eines taktischen Wahlverhaltens bei der Erststimme bisher zurückhaltender verhalten. Der Bundesvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen Robert Habeck erklärte bei einem Redaktionsbesuch am Mittwoch: “Die Grünen werben vor allem um Zweitstimmen. Sie sorgen für Veränderungen in der Landespolitik.” Auch über jede Erststimme würden sich die Grünen freuen. Allerdings könne er sich keine allgemeine Empfehlung für einen Direktkandidaten vorstellen. “Im Wahlkampf sollte man sich nicht von der Angst leiten lassen. Demokratie lebt vom Streit”, betonte Habeck. (IS)

 

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